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1987

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Es geht abwärts

Ungarn hat die höchste Pro-Kopf-Verschuldung im gesamten Ostblock. Zwar sind die Schaufenster voll, doch nur noch wenige Ungarn können es sich noch leisten. Das wachsende Staatsdefizit wird mit dem Abbau von Subventionen reduziert. Bei steigenden Preisen müssen viele Ungarn einen zweiten Job annehmen und arbeiten 10 bis 14 Stunden. Weite Teile der Gesellschaft verarmen.

 

Quelle: Open Society Archive Budapest / Urbán Tamás
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Quelle: Open Society Archive Budapest / Urbán Tamás

Ein Ausweg aus der wirtschaftlichen Krise wird in der Gründung von „Joint Venture“ mit West-Firmen gesehen. Diese können in Ungarn billig produzieren und Ungarn kann damit einen Teil des Inlandbedarfs abdecken, ohne zu exportieren und Devisen ausgeben zu müssen.

Logo MC DonaldsSymbol dieser neuen Liaison ist der amerikanische Hamburger-Multi. Im Herbst 1987 eröffnet die erste Filiale in Budapest.

 

Das System „Kádár“ wird von der Wirklichkeit überrollt.

Quelle: Bundesarchiv

Während der Tagung der Warschauer-Pakt-Staaten im Mai 1987 in Ost-Berlin demonstrieren die „alten Männer“ Geschlossenheit. Alle tragen sich in diesem Zusammenhang in das „Goldene Buch“ der Stadt ein.
Dieses Verharren in alten Mustern befördert auch in Ungarn reformkommunistische Strömungen. Kádárs Machtbasis innerhalb der eigenen Partei schwindet immer mehr.

Imre Pozsgay | Quelle: Institute for the History of the 1956 Hungarian RevolutionEiner der wichtigsten Widersacher des Systems „Kádár“ ist das ZK-Mitglied Imre Pozsgay. Seiner Meinung kann die wirtschaftliche Krise nur durch politische Reformen behoben werden. Zwei Jahre später wird er zu den wichtigsten Akteuren bei der Öffnung des „Eisernen Vorhangs“ gehören.