EUROPA

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1974

Durch die außenpolitische Isolation des Landes „lauert“ der Feind überall. Hoxha propagiert „höchste Wachsamkeit“ gegenüber vermeintlichen Invasoren. Bis Anfang der 1980er Jahre kommt es zur totalen „Bunkerisierung“ des Landes. Die Bunker bilden Schutzwälle in mehreren Reihen durch das ganze Land mit Tirana als Zentrum. Die Schätzungen reichen von 700.000 bis 800.000 Bunker.

Wie Narben sind die Relikte noch heute überall zu sehen.

 

Bunkerisierung des Landes
Bunkerisierung des LandesQuelle: ABL/J.Eßbach, 2011
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Kuitim Unusi: Dies ist die erste Front.(Quelle: Peter-Hugo Scholz) Kuitim Unusi: „Dies ist die erste Front.“
Im Jahr 2011 ist der Filmemacher Peter-Hugo Scholz mit dem Geologen Kuitim Unusi im Norden Albaniens unterwegs.

Quelle: Peter-Hugo Scholz, Anila Wilms (Gesang)

 

1975

 

Albanien ist das einzige europäische Land, das nicht am KSZE-Prozess (Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) teilnimmt. Dementsprechend fehlt die albanische Unterschrift unter der Schlussakte von Helsinki, in der Vereinbarungen über Menschenrechte, wirtschaftliche Zusammenarbeit, Wissenschaft, Technik, Umwelt und Sicherheitsfragen getroffen werden.

1978

Überschrift

 

Albanien bricht nun endgültig mit China. Damit hat sich das Land vollends isoliert. Durch diesen Alleingang ist Albanien auch im europäischen Bewusstsein verloren gegangen.

 

1976

Das albanische Volk müsse den Marxismus  – Leninismus vor „Verzerrungen schützen“. 1. November 1976 | Quelle: Gju me gju me popullin, 8 NËNTORU

Nach Maos Tod im September 1976 kommt es in China zum parteiinternen Machtkampf. Im Oktober setzen sich dort die gemäßigten Kräfte durch und beenden die „Kulturevolution“.
Auf der 7. Parteikonferenz der albanischen Kommunisten am 1. November verurteilt Hoxha „revisionistische Tendenzen“. Zwei Jahre später kommt es zum offenen Bruch mit China. Damit hat sich Albanien von seinem letzten Verbündeten losgesagt und sich vollends isoliert.

Gjirokastra | Quelle: Ndermarrja Librit TiranaSeit Beginn der 1970er Jahre verweigern sich immer mehr Jugendliche den Forderungen der Partei. In Hoxhas Geburtsstadt Gjirokastra lehnen es jetzt viele Jugendliche ab, eine zugewiesene Arbeit aufzunehmen.

Quelle: Ndermarrja Librit Tirana

 

Die neue Verfassung verkörpert die umfangreiche kreative Arbeit unseres Volkes. (28. Dezember 1976) | Quelle: “Gju me gju me popullin”, 8 NËNTORU

Am 28. Dezember wird eine neue Verfassung verabschiedet. Darin ist u.a. im Artikel 37 der Atheismus formal festgeschrieben.

 

1981

1952 | Quelle: “Gju me gju me popullin”, 8 NËNTORUHoxhas langjähriger Weggefährte, Ministerpräsident Mehmet Shehu (r.), kommt ums Leben.

Shehu, seit 1954 Regierungschef, stützte alle politischen Kehrtwendungen und Intrigen. Jetzt fällt er selbst über das lange Jahre praktizierte System der „Sippenhaft“. Ihm werden politische Verfehlungen seiner Familie zur Last gelegt.

Ein „Säuberer“ wird selbst Opfer einer Säuberungen.

 

Quelle: Gju me gju me popullin, 8 NËNTORU
Quelle: Gju me gju me popullin, 8 NËNTORU
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Offiziell wird behauptet, er habe Selbstmord begangen. Jugoslawische Quellen dagegen berichten, es sei im Politbüro zu einem Schusswechsel zwischen dem Regierungschef und Hoxha gekommen.
Nach Shehus Tod folgt eine Säuberungsaktion, bei der fast die gesamte Regierung ausgewechselt wird. 1983 veröffentlicht Hoxha das Buch „Die Titoisten“. Darin bezichtigt er Shehu, langjähriger CIA-Agent und Agent des jugoslawischen Geheimdienstes UDB gewesen zu sein.

Der jugoslawische Geheimdienst soll auch im Jahr darauf eine entscheidende Rolle gespielt haben. Am 25. September 1982 unternehmen albanische Exilmonarchisten unter der Führung von Xhevdet Mustafa einen Landeversuch in Albanien, der mit einer blutigen Niederlage endet. Hoxha beschuldigt Jugoslawien, jedoch sind die Umstände fast vollständig unklar. Möglich ist, dass Hoxha die Landung selbst inszenierte.