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1968

Überschrift

 

In der Nacht vom 20. auf den 21. August marschieren Truppen des Warschauer Paktes unter der Führung der sowjetischen Armee in Prag ein. Rumänien, 1955 Gründungsmitglied des Militärbündnisses, verweigert die Gefolgschaft bei der Zerschlagung des „Prager Frühlings“.

Deng Xiaoping mir einer chinesischen Delegation in Rumänien, 1965 - Quelle: Fototeca online a comunismului românesc SED-Chef Walter Ulbricht zu Besuch in Bukarest, Juli 1965 - Quelle: Fototeca online a comunismului românesc Der Jugoslawische Staatsschef Josef Broz Tito in Bukarest, 23. April 1966 - Quelle: Fototeca online a comunismului românesc Rumänien (Ceauşescu) Seite an Seite mit China (Deng Xiaoping) und der Sowjetunion (Leonid Breschnew), Juli 1965 - Quelle: Fototeca online a comunismului românesc Auf Einladung von Bundesaußenminister Willy Brandt ist der rumänische Außenminister Corneliu Mănescu (Mitte) in der Bundesrepublik. Im August 1967 kommt es zum Gegenbesuch von Brandt in Rumänien - Quelle: Fototeca online a comunismului românesc Ungarische Parteidelegation (Janos Kadar – 2.v.r.) in Bukarest, Mai 1967 - Quelle: Fototeca online a comunismului românesc Staatsbesuch des französischen Präsidenten Charles de Gaulle vom 14.-18. Mai 1968. Im Juni 1970 reist Ceauşescu nach Paris - Quelle: Fototeca online a comunismului românesc Der sowjetische ZK-Sekretär für Internationale Angelegenheiten Boris Ponomarjow (l.) in Bukarest, Februar 1968 - Quelle: Fototeca online a comunismului românesc Unterzeichnung eines Handelsabkommens mit Israel, 28. Juni 1968. Rumänien ist das einzige Ostblockland, das die Beziehungen mit Israel nach dem 6-Tage-Krieg 1967 nicht abbricht - Quelle: Fototeca online a comunismului românesc Rumänien nimmt am Treffen der Mitgliedsstaaten des Warschauer Paktes in Sofia teil, März 1968 - Quelle: Fototeca online a comunismului românesc Am 2./3. August 1969 reist der neu gewählte US-Präsident Richard Nixon nach Rumänien. Im Oktober 1970 kommt Ceauşescu zu einem 2-wöchigen Staatsbesuch in die USA - Quelle: Fototeca online a comunismului românesc Sitzung des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe in Moskau, April 1969 - Quelle: Fototeca online a comunismului românesc

Das militärische Eingreifen Moskaus in Prag verstärkt die Angst der rumänischen Bevölkerung, selbst Ziel eines derartigen Militärschlages zu werden. Entgegen aller Realität schürt Ceauşescu die Invasionsgefahr und versichert sich damit der Solidarität des Volkes.

Nicolae Ceauşescu: Eine Gefahr für das Schicksal des Sozialismus in Rumänien Nicolae Ceauşescu: „Eine Gefahr für das Schicksal des Sozialismus in Rumänien“
Am 21. August kommt es zu einem einmaligen Moment in der rumänischen Nachkriegsgeschichte. Volk und Partei befinden sich in Übereinstimmung.
(Quelle: British Pathé)

 

PDF Download: Auszüge aus Ceauşescus Rede vom 21. August 1968. Bild: vusta/iStockphoto Auszüge aus Ceauşescus Rede.
Unter dem Jubel der Bevölkerung verurteilt er die militärische Intervention.
Sowohl innenpolitisch als auch außenpolitisch gewinnt Ceauşescu einen Bonus. (Quelle: ABL)

 

1966

Überschrift

 

Ein soziales Experiment ohne Gleichen beginnt im Oktober 1966 mit dem Dekret 770. Ceauşescu legt ein umfangreiches Programm zur Vermehrung der Bevölkerung auf. Über ein omnipräsentes Netz der staatlichen Kinderbetreuung (Kindergärten, Schule, Sportvereine) soll der sozialistische Mensch „entstehen“, der kein Bewusstseins für das historische Rumänien entwickelt.

Kinder und Jugendliche „schicken“ an das Ehepaar Nicolae und Elena Ceauşescu die besten Neujahrsgrüße, 30.12.1977 | Quelle: Fototeca online a comunismului românesc

Es wächst eine Generation heran, die auf Befehl geboren wurde. Sie heißt „decretei“ (Kinder des Dekrets). Die Konsequenz ist ein Abtreibungsverbot für Frauen unter 42 Jahren mit weniger als 4 Kindern, Einführung von Mutterkreuzen und Steuererleichterungen ab 5 Kinder - im Gegenzug Strafsteuern für Kinderlose. Schwangerschaftsverhütung ist zwar nicht ungesetzlich, jedoch inoffiziell verboten.
Etwa 11.000 Frauen sterben durch unsachgemäß vorgenommene Abtreibungsversuche oder es werden Kinder mit Missbildungen und Behinderungen geboren. Diese Kinder kommen in vielen Fällen in das berüchtigte Kinderheim von Cighid, wo sie unter menschenunwürdigen Bedingungen „verwahrt“ werden und ihr Tod durch Vernachlässigung einkalkuliert ist.

Deckblatt der SUNDAY TIMES im Jahre 1966

Erst nach 1990 wird für die Weltöffentlichkeit das Ausmaß der menschlichen Katastrophe sichtbar.

 

1956

Überschrift

 

Am 23. Oktober beginnt der Volksaufstand im Nachbarland Ungarn. Drei Tage später überschreiten die in Rumänien stationierten sowjetischen Truppen als erste die ungarische Grenze, um dort die Präsenz der Sowjetunion zu stärken.

Die Ereignisse in Ungarn greifen auf Rumänien über, wo als ethnische Minderheit viele Ungarn leben (Banat). Es kommt am 30./31. Oktober zu Solidaritätsbekundungen mit dem Nachbarland. Parolen wie „Hände weg von Ungarn“ werden skandiert. In erster Linie sind es Studenten aus Cluj und Timişoara, die protestieren. Ihr Protest zielt auf die Zustände im eigenen Land. Neben sozialen Forderungen soll auch das sowjetische Militär das Land verlassen.

Ceauşescu, 1956 | Quelle: Fototeca online a comunismului românescAuf Weisung Chruschtschows wird der ungarische Ministerpräsident und Hoffnungsträger Imre Nagy nach Bukarest gebracht und inhaftiert. Ceauşescu leitet die Aktion. Er ist zu diesem Zeitpunkt Sekretär des Zentralkomitees für Organisationsfragen.

Nach der Niederschlagung des ungarischen Aufstandes geht die rumänische Diktatur gegen die Widerständler im eigenen Land vor. 2.500 Studenten werden verhaftet, vier von ihnen zum Tode verurteilt und die übrigen mit langjährigen Haftstrafen oder lebenslanger Zwangsarbeit belegt.

 

1965

Überschrift

 

Schon drei Tage nach dem Tod des bisherigen Staats- und Parteichefs Gherghe Gheorghiu-Dej wird Nicolae Ceauşescu am 22. März zu seinem Nachfolger gewählt.

Februar 1965 | Quelle: Fototeca online a comunismului românesc

Als reine Formsache bestätigt ein Parteitag im Juli Ceauşescus Wahl zum Parteichef. Mit ihm kommt der jüngste KP-Chef im ganzen Ostblock an die Macht. Nach und nach verjüngt sich die gesamte Nomenklatura und Ceauşescus wird von der Bevölkerung zunächst als ein Hoffnungsträger gesehen.

Parteitag 1965 | Quelle: Fototeca online a comunismului românesc

Die Hoffnungen bestätigen sich u.a. darin, dass 1965 Russisch als Pflichtfach in der Schule abgeschafft wird (allerdings Ende 1968 wieder eingeführt). Das kommt bei der Bevölkerung zunächst als Befreiungsschlag an. Die Liberalisierung in den Folgejahren äußert sich außerdem in der Wiederzulassung verbotener Schriftsteller. Das Dienstleistungsgewerbe wird zum Teil privatisiert. Es beginnen Jahre der ideologischen Lockerung und relativen künstlerischen Freiheit, die bis 1971 reichen.

Am 21. August 1965 wird eine neue Verfassung erlassen, die u.a. die bisherige Volksrepublik in Sozialistische Republik Rumäniens (SRR) umbenennt.

 

1951

Überschrift

 

Im Rahmen der größten Deportation in der Geschichte Rumäniens werden über 40.000 Menschen aus dem Westen des Landes in die Bărăgan-Ebene im Südosten Rumäniens verschleppt. Es handelt sich neben Rumänen meist um Angehörige ethnischer Minderheiten: Deutsche, Bulgaren, Ungarn, Serben, Arumänen (vom Balkan geflüchtete Menschen rumänischer Herkunft) und Juden.
Auf freiem Feld ausgesetzt, werden sie sich selbst überlassen. In der Folgezeit entstehen 18 Siedlungen aus primitivsten Baumaterialien (Erde, Schilf, Stroh).

Die Verbannung dauert bis 1956.

 

Quelle: Asociatia Fostilor Deportati în Bãrãgan Timiṣoara
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PDF Download: Es war ein leeres Stoppelfeld. Bild: vusta/iStockphoto“Es war ein leeres Stoppelfeld.”

Quelle: Deutsches Staatstheater Temeswar, 1990